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Backkultur aus Tradition

SEIT 1688 – ZUM WEINREBENBÄCKER

Als im Jahre 1532 die Türken an Graz vorbeizogen, kam es in der Murvorstadt zu vereinzelten Kämpfen, bei denen sich die Bäcker besonders auszeichneten. In der Mur-Vorstadt hatten sich schon im Mittelalter einige Bäcker angesiedelt, die das Recht besaßen, „Brot am Erzeugungsort selbst zu verkaufen“.

Erstmalig ist in alten Aufzeichnungen der Name „Weinrebenbäck“ im Jahre 1688 zu entdecken, und die darauffolgende Besitzerreihe weist unter anderem als Miteigentümer auch den seinerzeit sehr bekannten Kupferstecher A. Trost auf.

Der Geschichtsforscher H. Pirchegger erwähnte im Häuserbuch für das rechte Murufer im Hause am Murplatz die Bäckerfamilie Mayr - im Jahre 1688 wurde ein Neubau oder eine gründliche Erneuerung des Hauses vorgenommen.

1701 bis 1711 besaß Peter Höchtl (oder Hächtl) - seit 1693 war er Meister - das Haus.

Ab 1711 war der Bäckermeister Josef Forcher Besitzer des Hauses, bis der Bäckeremeister Josef Seel 1729 den Besitz erwarb.
  Stammhaus am Südtirolerplatz


Mit dem Jahr 1739 übernahmen die Nachkommen des aus Augsburg zugewanderten Josef Seel dieses bürgerliche Handwerkerhaus.
Nach dem Tod des letzten Seel kam im Oktober 1839 das Haus und die Handwerkerstätte in den Besitz der mit Seel verwandten Familie Domenigg.

Die Aufnahme Anton Domeniggs als Bürger von Graz erfolgte am 13. Februar 1845. Nach dem am 9. Mai gleichen Jahres erfolgten Tod Anton Domeniggs übernahm der Adoptivsohn Albin Sorger-Domenigg die Bäckerei. Therese Domenigg starb hochbetagt am 9. April 1905.

Am 9. Juli 1849 wird das Haus im Meisterbuch der Bäckerinnung zum ersten Mal ausdrücklich „Zum Weinrebenbäcker“ genannt. (Nach einem davor wachsenden Weinstock).

1925 wurde Albin Sorger-Domenigg, Vater der beiden heutigen Geschäftsführer Albin und Arthur Sorger-Domenigg, geboren. Er wurde gleich nach Abschluss der Matura im Jahr 1943 im Reichsarbeitsdienst in Liezen eingesetzt.
Kurz vor Ende des Krieges wurde er als Gebirgsjäger einberufen, marschierte sich die Füße im Raum Triest wund. 

Ansonsten einigermaßen heil aus dem Krieg gekommen, verbrachte er die Nachkriegszeit zunächst als Dolmetscher für ein englisches Panzerabwehrregiment in Passail, danach begann er ein Jus-Studium in Graz zog nach zwei Jahren aber nach Wien, wo er ein Welthandel-Studium abschloss. Das Gelernte wollte er sogleich in die Praxis umsetzen: 1952 verschlug es ihn deshalb in die USA, wo er ein halbes Jahr lang in einem großen Bäckerei- und Konditorbetrieb internationale Erfahrung sammelte.

Wieder zurück gründete er als nunmehr 28-Jähriger eine Familie. Mit Frau Gertrude hat er vier Kinder, zwei Töchter und zwei Söhne. Und was danach folgte, ist eine Serie an beruflichen Erfolgen. Mit dem angeeigneten Wissen übernahm er den väterlichen Bäckerei- und Mühlenbetrieb am heutigen Südtirolerplatz. Doch nicht nur das, er war in zahlreichen Gremien ehrenamtlich tätig und setzte sich immer wieder für den Berufsstand ein. Seinen zähen Verhandlungen ist es zum Beispiel zu verdanken, dass heute jede Bäckerei und Konditorei auch ein Kaffeehaus betreiben darf, ein Wunsch, der ihm vor allem für das Unternehmen Sorger am Herzen lag.
Er  wollte immer ein Lokal für Jedermann, gewissermaßen eine Mischung aus Gasthaus und Cafeteria.
Das Erfolgsrezept setzte sich über die Jahrzehnte durch. Aus der einen Filiale wurden mehr, aus ursprünglich 15 Mitarbeitern über 350. 

1978 bekam Albin Sorger-Domenigg von der steirischen Wirtschaftskammer den Titel Kommerzialrat verliehen, er war 30 Jahre lang Mitglied des deutschen Getreideforschungsinstitutes und nahm als Prüfungskommissär 900 Gesellenprüfungen ab. 

Im Jahr 1993 übergab er den Betrieb schließlich seinen Söhnen Albin und Arthur Sorger-Domenigg.


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